Karl, Hop On Hop Off Bus & The Painted Ladies

Die erholsamen Tage entlang der Küste auf dem Pacific Coast Highway und die immer wieder faszinierenden Blicke auf das Meer und die Hügel der Küste, die das Ende des Kontinents bedeuten, liegen mittlerweile schon einige Stunden zurück. Auch die Umgebung hat sich geändert: Was zuvor noch eine meist einspurige Landstraße war, verwandelt sich mehr und mehr in ein Ungetüm von einem Highway mit fünf bis sechs Spuren auf jeder Seite. Immerhin ein Menge Platz. Aber auch der hilft leider nicht mehr, sobald rund um das Silicon Valley die Rush Hour ausbricht und die Pendler mangels öffentlichem Nahverkehr zu einer großen, langsam kriechenden Blechlawine werden. Eine gewisse Parallele zu der Verkehrssituation in einem gewissen Los Angeles lässt sich nicht von der Hand weisen. Aber einen immer wiederkehrenden Freund Kaliforniens kann das nicht mehr überraschen. Außerdem ist die Rückkehr nach San Francisco umso schöner, wenn man sich vorher durch den Stau kämpfen musste. Wie beim Anstehen für eine ganz besondere Sache, wo man sich hinterher sagt:“Das war es wert.“

Die Fahrt auf dem Highway 101 führt am Flughafen von San Francisco vorbei und nach kleineren Industriegebieten und Vororten erhebt sich plötzlich hinter den Hügeln die markante Skyline, wo vor allem eines der Wahrzeichen der Stadt, die Transamerica Pyramid, heraussticht. Es kann aber auch gut sein, dass der stadteigene Nebel namens Karl (hier sein Twitter-Account) schon wieder über der Stadt liegt und man deshalb nur vereinzelt die Lichter der Wolkenkratzer sieht. Dadurch lässt sich aber schonmal eine von San Franciscos Sehenswürdigkeiten abhaken. Gerade an sehr warmen Tagen, wenn sich Karl unaufhaltsam und in aller Stille vom Pazifik her über die grünen Hügel im Westen legt, sorgt das bei so manchem Besucher für ein mulmiges Staunen.

Downtown San Francisco - Karl ist auch da
Downtown San Francisco – Karl ist auch da
San Francisco - Karl bei Nacht
San Francisco – Karl bei Nacht

San Francisco entdecken

Es gibt eine ganze Menge zu sehen und zu entdecken, keine Frage. Golden Gate Bridge, Coit Tower, Alcatraz, der Blick über die Stadt von den Twin Peaks oder ein Spiel der San Francisco Giants im AT&T Park. Natürlich kann man sich mit dem eigenen Mietwagen auf Entdeckungstour begeben, um etwa dem 49-Mile Scenic Drive zu folgen, aber wie in so vielen anderen Großstädten sind auch in San Francisco die Parkmöglichkeiten sehr begrenzt und teuer, was es schwierig macht, mal eben anzuhalten und sich etwas aus der Nähe anzuschauen. Speziell für diejenigen, die das erste Mal in der Stadt sind, empfiehlt sich die Fahrt mit den Hop-On Hop-Off-Bussen. Praktisch sind vor allem die 48-Stunden-Tickets, um den eigenen Tagesplan etwas zu entzerren. Mit dem Bus lässt man sich dann gemütlich zu den interessantesten Orten fahren und bekommt während der Fahrt noch einige Hintergrundinformationen durch den Audioguide. An den Haltestellen steigt man bei Bedarf aus, erkundet die Umgebung und nimmt im Anschluss entweder den nächsten Bus oder geht sogar zu Fuß eine Haltestelle weiter und steigt da wieder ein. Meistens kommt der nachfolgende Bus im Abstand von 20-30 Minuten, so dass keine allzu langen Wartezeiten zu befürchten sind. Da die Busse aber auch Teil des normalen Straßenverkehrs sind, kann es auch hier zu Verzögerungen kommen. Doch gerade in San Francisco findet sich immer etwas, womit man sich die Zeit vertreiben kann.

The Painted Ladies

Kennst du noch die Serie Full House? Dann kennst du bestimmt auch diese farbenfrohen, viktorianischen Häuser am Alamo Square:

San Francisco - Alamo Square
San Francisco – Alamo Square
San Francisco - The Painted Ladies
San Francisco – The Painted Ladies
San Francisco - The Painted Ladies
San Francisco – The Painted Ladies

Genau wie bei der Transamerica Pyramid handelt es sich bei den berühmten Painted Ladies ebenfalls um eines der Wahrzeichen von San Francisco. Obwohl ich sie mittlerweile schon 7 oder 8 Mal gesehen habe, ziehen mich die Häuser immer wieder magisch an. Insgeheim ist es auch immer noch einer meiner Träume, eines Tages eins der Häuser zu besitzen. Aber bei Preisen von mehreren Millionen Dollar und der täglichen Schar von fotografierenden Touristen vor der Tür träume ich erstmal noch weiter. Der kleine Park, der zum Alamo Square dazugehört, ist der perfekte Ort, um sich vor der bunten Kulisse mit einem Snack auf die Wiese zu setzen und sich über die Aussicht zu freuen. Bei einem Rundgang durch die angrenzenden Straßen entdeckt man noch weitere, vielleicht sogar spektakulärere Häuser, die einer der Gründe sind, warum San Francisco für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden ist.

San Francisco - Viktorianische Haus beim Alamo Square
San Francisco – Viktorianische Haus beim Alamo Square
San Francisco - Viktorianische Haus beim Alamo Square
San Francisco – Viktorianische Haus beim Alamo Square

Glücklicherweise waren auf dieser Reise mehrere Tage für San Francisco eingeplant, so dass noch viele weitere Entdeckungen folgen würden, darunter Ausflüge ins Napa Valley oder nach Alcatraz, oder ein Baseballspiel im Stadion der San Francisco Giants. Aber erstmal zeige ich dir den Ausblick von den Twin Peaks, die berühmte Lombard Street und für ein wenig Erholung noch Crissy Field 🙂

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